Unsere Ziele

Welche Ziele verfolgt NeStra e.V. im Einzelnen ?

Als Tierschutzverein ist klar, dass das Wohl der Tiere für uns im Fokus unserer Arbeit stehen. Nun liegt das Wohl des Tieres immer auch ein Stück weit im Auge des Betrachters. Deswegen möchten wir hier erklären, was Tierschutz in unseren Augen bedeutet.

Artgerecht statt praktisch!

Uns ist es wichtig, unsere Tiere artgerecht zu behandeln. Hunde sind Rudeltiere und brauchen die Wärme, den Schutz, aber auch die Interaktion und das Spielen, welches nur in einem Rudel möglich ist. Aus diesem Grund verzichten wir auf Zwinger und Käfige. Eingezäunte Bereiche sind alleine kranken, oder sehr jungen Tieren sowie Müttern mit Welpen vorbehalten, die einen gewissen Schutz vor dem Treiben im Rudel benötigen, um wieder zu Kräften zu kommen. Sobald sie diesen Schutz nicht mehr benötigen, werden sie ebenfalls in das Rudel integriert und bewegen sich frei auf unserem Gelände.

Diese Form der Haltung ist zwar aufwändiger. Sie trägt aber maßgeblich dazu bei, dass unsere Tiere – trotz ihrer oft unschönen Vorgeschichte  – zu sozialverträglichen und freundlichen Wegbegleitern werden. Sie kennen das Toben mit anderen Hunden und sind an die Nähe des Menschen bereits gewöhnt, wenn sie vermittelt werden. Das bedeutet nicht, dass wir fertig ausgebildete Hunde vermitteln. Denn dafür fehlen uns einfach die Kapazitäten. Wir können aber durch unsere Haltung und Zuwendung gewährleisten, dass unsere Hunde alle Kompetenzen mitbringen, um das Hunde 1-x-1  zu lernen. Wie gut der Hund später „rechnet“, liegt dann allerdings in der Hand seines Menschen.

Helfen, wo Hilfe gebraucht wird!

Uns ist es ein Anliegen, nicht nur dieTiere aufzunehmen und zu pflegen, die sich bald auf die Reise in ein neues Zuhause machen können. So haben wir neben unseren zur Vermittlungstieren auch „Dauergäste“. Tiere also, die bei uns leben, aber aus verschiedenen Gründen nicht vermittelt werden können. Natürlich können wir nicht alle Tiere aufnehmen, die uns begegnen. Aber wir bemühen uns, einem Großteil der Bedürfnisse entgegenzukommen. So schöpfen wir unsere Ressourcen regelmäßig aus. Nicht immer haben wir dabei den gewünschten Erfolg und leider gibt es auch Tiere, die in einem Zustand bei uns ankommen, den auch wir nicht mehr ändern können. Doch auch auf ihrem letzten Weg begleiten wir die Tiere und versuchen, Leid so gut es geht zu lindern bzw. zu verhindern. Wir fragen nicht, ob ein Tier in die Vermittlung kann, bevor wir es aufnehmen. Wir fragen auch nicht, ob ein Tier jung, alt, krank oder gesund ist. Wir wollen dort helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

Bewusstsein schaffen!

Auf Kreta – wie auch in vielen anderen Ländern der EU – werden Hunde und Katzen immer noch häufig als Nutztiere gehalten. Sie bewachen Haus und Hof oder halten Ungeziefer fern. Nicht selten kommt es vor, dass so ein Hofhund jahrelang an der Kette gehalten wird. Ist er zu alt, krank oder einfach untauglich, um seine Aufgabe zu erfüllen, wird er vor die Tür gesetzt. Straßenhunde und Straßenkatzen sind die Kehrseite der Medaille dieses wunderschönen Urlaubszieles. Natürlich gibt es auch in Deutschland Tiere, die auf ein liebevolles Zuhause warten. Doch kommen diese Tiere meist aus schlechter Haltung oder werden aus gesundheitlichen bzw. privaten Gründen abgegeben. Sie haben einen Namen und sind -wenn auch nicht immer gut – sozialisiert. Viele unserer Hunde haben jahrelang als Vagabund auf den Straßen Kretas verbracht. Sie müssen erst wieder lernen, Vertrauen zu Menschen und auch zu anderen Hunden aufzubauen. Wir nehmen die Tiere nicht nur auf, sondern impfen, chippen und kastrieren sie. Denn natürlich vermehren sich auch Straßenhunde, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Und je mehr Hunde auf der Straße leben, desto mehr Welpen werden geboren. Diese Leben dann wieder auf der Straße. Im besten Fall bleiben sie dann dort. Im schlimmsten Fall landen sie in einer Tötungsstation. Eine Einrichtung, mit der viele Länder versuchen, dem Überschuss an Straßentieren, Herr zu werden.

Uns liegt es am Herzen, ein Bewusstsein für diese Tiere zu schaffen. Sowohl bei den Menschen hier vor Ort als auch bei denen, die darüber nachdenken, einem Familiensucher ein Zuhause zu geben. Alle unsere Tiere haben eine Seele. Diese Seele kann aufblühen und sich in ihrer vollen Pracht präsentieren. Sie kann aber auch leiden und krank werden.
Für viele Menschen hier in Griechenland, sind Hunde vor allem eines: Nutzobjekt oder Spielzeug für die lieben Kleinen. Nutzt das Objekt nicht mehr, oder hat das Spielzeug plötzlich keine Lust mehr zu spielen und macht evtl. zusätzliche Arbeit, auf die man vorher nicht gefasst war, versucht man nicht, das Tier in liebevolle Hände oder zumindest in ein Shelter zu bringen. Man überlässt sie sich selbst.

Sind die Menschen in Griechenland vielleicht besonders böse?

Nein, natürlich nicht! Im Gegenteil sogar. Doch ist das Verständnis des Zusammenlebens zwischen Tier und Mensch, hier ein gänzlich anderes. Der Stellenwert eines Hundes ist nicht der eines vollwertigen Familienmitgliedes. Folglich werden ihm auch nicht die selben Rechte, Emotionen und Bedürfnisse zugesprochen. Das hat nichts zu tun mit Bösartigkeit oder Tierhass. Es ist einfach ein gänzlich anderer Umgang.

Wir möchten ein Bisschen mehr von dem nach Kreta bringen, was für uns eine optimale Beziehung zwischen Mensch und Tier ausmacht. Gleichzeitig wollen wir für die hiesige Situation sensibilisieren. Deshalb bewegen wir uns in diesem kontrastreichen Terrain und hoffen, in unserem Wirkungskreis die größtmöglichen Erfolge damit zu erzielen.

 

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